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REVOLUTION IN DER
VITREKTOMIE - 23 GAUGE: KLEIN, NAHTLOS, TRANSCONJUNCTIVAL
Seit der Einführung der
„Pars Plana-Vitrektomie“ durch Robert Machemer Anfang der
70er Jahre hat sich diese Operationstechnologie sowohl im
Hinblick auf die Instrumente als auch im Hinblick auf die
Indikationen laufend weiterentwickelt. Der Zugang zum Glaskörperraum
erfolgte nach Eröffnung der Bindehaut über vertikale
Sklerotomien, und auch der Instrumentendurchmesser blieb für
Jahrzehnte mit 20 Gauge (= 0,89 m) unverändert. Sowohl die
Sklerotomien als auch die Bindehaut mussten vernäht werden, was
nicht nur zeitaufwendig war, sondern vor allem für den
Patienten eine deutliche postoperative Belastung durch verstärkte
Entzündung und Irritation durch die Nähte bedeutete.
Nach einzelnen Versuchen, diese Situation zu verbessern (Trokarsystem,
Ventilsklerotomien etc.) stellte de Juan 2002 sein 25 Gauge –
System (= 0,5 mm Instrumentendurchmesser) vor. Dieses System
zeichnet sich bereits durch einen nahtlosen, transconjunctivalen
Zugang und Verwendung von Kanülen aus und fand vor allem in den
USA weite Verbreitung. Nachteile dieses Systems, wie geringere
Instrumentenstabilität, längere Vitrektomiedauer durch den
geringeren Instrumentendurchmesser sowie die nur sehr eingeschränkte
Verwendung von Silikonöl führten zur Vorstellung des 23
Gauge-Vitrektomie-Systems (0,64 mm Instrumentendurchmesser)
durch Prof. Eckardt 2004. Dieses System vereint alle Vorteile
der konventionellen 20 Gauge-Vitrektomie mit denen der nahtlosen
transconjunctivalen 25 Gauge-Vitrektomie und stellt daher einen
großen Fortschritt im Bereich der Glaskörper- und
Netzhautchirurgie dar.
Studien zeigen, dass die postoperative Belastung der Patienten
durch das neue System ebenso wie der postoperative Reizzustand
der Bindehaut stark reduziert werden, was wohl der größte
Vorteil dieses Systems ist. Die Zugangs- und Verschlusszeiten während
des Eingriffes reduzieren sich ebenfalls, wodurch sich anteilsmäßig
die Zeit für die eigentlichen Operationsschritte im Glaskörper-
und Netzhautbereich vergrößert. Da heute fast ausschließlich
Einmal-Sets verwendet werden, sind Funktionstüchtigkeit, Schärfe
und Sterilität bei diesen Systemen gewährleistet.
Die Komplikationsrate des neuen 23 Gauge – Systems liegt nach
unseren Erfahrungen deutlich unter derjenigen der
konventionellen 20 Gauge-Vitrektomie. So ist z. B.. die
Ablatio-Rate nach 23 Gauge-Vitrektomie deutlich niedriger als
nach 20 Gauge-Vitrektomie. Dies liegt zum Einen am offenbar
protektiven Effekt des verwendeten Trokar-Systems im Hinblick
auf die Glaskörperbasis, wie schon von Robert Machemer 1995
beschrieben. Zum Anderen dürften auch die kleineren,
selbstdichtenden Zugänge einen positiven Effekt auf die
Komplikationsrate haben. In unseren Studien über die 23
Gauge-Vitrektomie-Systemen hat sich weder eine signifikant erhöhte
Rate an postoperativen Endophthalmitiden noch an postoperativen
Hypotonien gezeigt.
Das heute verfügbare 23 Gauge-Instrumentarium umfasst bereits
alle gängigen Instrumente. Endolaserkoagulation sowie Silikonölfüllung
sind problemlos möglich. Obwohl sich die 23 Gauge
Vitrektomie-Systeme vor allem für die Macula-Chirurgie eignen,
können heute bei fast allen Indikationen zur Vitrektomie 23
Gauge-Systeme verwendet werden. Lediglich bei der Entfernung von
intraokularen Fremdkörpern sowie bei ausgedehnten fibrovaskulären
Proliferationen im Rahmen der diabetischen Retinopathie
kann es derzeit noch notwendig werden, eine der drei
Sklerotomien auf 20 Gauge zu erweitern. Die 23 Gauge-Vitrektomie
hat sich bereits heute als Standard-System der pars
Plana-Vitrektomie etabliert und ersetzt auch im
angloamerikanischen Raum zunehmend sowohl die 20 Gauge- als auch
die 25 Gauge-Vitrektomie. Die Vorteile des 23 Gauge-Systems für
den Patienten im Vergleich zur konventionellen 20
Gauge-Vitrektomie lassen sie bereits heute als „State Of The
Art“ der Glaskörper- und Netzhautchirurgie erscheinen.
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| Z.
n. 20 Gauge-Vitrektomie: BH-Wunde entlang des Limbus.
Versenkte 7-0 Vicryl-Nähte in situ; deutlicher
Reizzustand |
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Z.
n. 23 Gauge-Vitrektomie: fast reizfreie Bindehaut, keine
Wunde sichtbar |
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